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ruedi1982
Beiträge: 18
Eine etwas weit hergeholte Frage, aber interessieren würde es mich doch einmal:

wenn man als Deutscher in eines der Lateinamerikanischen Länder auswandert, zuerst auch in einem festen Arbeitsverhältnis steht und dann aber, passieren kann es ja immer mal, arbeitslos wird, wie sieht es dann mit der Absicherung aus? Gibt es so etwas wie Sozialhilfe, bei der der Staat auch einem Nicht - Einheimischen unter die Arme greift oder hat man dann ein Problem??

Ich freue mich auf interessante Antworten von Euch!!
2010-04-16 13:49
ingo
Poweruser
Beiträge: 101
Hallo Ruedi,

also ich kann Dir von Ecuador sagen dass es Absicherungen wie man sie in Deutschland oder Europa gewohnt ist nicht gibt. Während einem Arbeitsverhältnis ist man zumindest noch krankenversichert, wie es danach aussieht weiss ich leider nicht genau (zwecks Arbeitslosengeld oder ähnlichem), kann mir aber nicht vorstellen dass es da irgendwas vom Staat gibt.
In Ecuador arbeitslos zu sein ist ein echtes Problem, ich kenne einige Leute dort die arbeitslos sind oder mal waren und das ist nicht vergleichbar mit den ganzen Hilfen wie es in Deutschland der Fall ist; wir haben hier immer noch eines, wenn nicht sogar das Beste Sozialversicherungssystem weltweit.

Grüße,
Ingo
2010-04-17 07:51
MajorTom
Beiträge: 27
Mir ist kein Land in Lateinamerika mit einem nur annähernd ähnlichem Sozialsystem wie in Deutschland bekannt. In einem Fall von Arbeitslosigkeit heisst es in in aller Regel sehr schnell sich eine neue Arbeit suchen. Ohne Arbeit kein Geld und die meisten Vermieter schmeissen einen ruckzuck raus wenn keine Miete gezahlt wird. Wobei man sagen muss dass die familiären Strukturen in Lateinamerika noch wesentlich stärker sind wie in Deutschland und man sich untereinander in Notsituationen ganz selbstverständlich hilft. Bei Arbeitslosigkeit zieht man halt wieder zu Mama :rolleyes:
In Costa Rica zum Beispiel gibt es für die Ärmsten der Armen ein Programm der Regierung, das reicht aber wirklich nicht zum überleben, eine Nothilfe sozusagen um ein paar Tage durchzukommen.

Gruß Major Tom
2011-09-14 02:00
CostaKlaus
Beiträge: 11
Man kann sich generell in jedem Land gegen Unfall und Krankheit absichern, es gibt natuerlich auch Rentenversicherungen, gegen Arbeitslosigkeit gibt es keine Absicherung. Wer seinen Job los wird muss sich sputen einen neuen zu finden. Deutschland ist in dieser Beziehung schon ein Paradies.
2011-09-17 03:04
Geronimo
Beiträge: 43
Zu diesem Thema habe ich einen sehr lesenswerten Artikel gefunden, zwar schon ein paar Jahre alt aber noch immer aktuell. Das Fazit dieses Artikels ist dass die sozialen Strukturen im Zuge der Reformen in vielen Ländern Lateinamerikas erheblich unter Druck gesetzt wurden:

http://www.quetzal-leipzig.de/printausgaben/ausgabe-33-34-globalisierung/globalisierung-kein-garant-fur-soziale-gerechtigkeit-19093.html

Geronimo
2011-09-18 18:00
BrittaCR
Beiträge: 12
Eine gesetzliche Krankenversicherung gibt es wohl in fast allen Ländern Lateinamerikas, eine Arbeitslosenversicherung eher weniger. Wie schon vorher erwähnt wurde, der Familienzusammenhalt ist in Lateinamerika wesentlich besser wie in Deutschland, niemand wird ins Altersheim abgschoben (gibt es so etwas überhaupt?) in der Not rückt die Familie halt etwas zusammen.
2011-09-22 22:58
CostaKlaus
Beiträge: 11
Costa Rica, auch die Schweiz Mittelamerikas genannt droht ähnlich wie Deutschland das Sozialsystem um die Ohren zu fliegen. Grund: Die staatliche Sozi­al­ver­si­che­rungs­kasse (CCSS) steht vor einem Schuldenberg in Höhe von umge­rechnet rund 986 Mio. Euro. Es scheint so als wenn die internationale Krise auch vor Vorzeigedemokratien wie Costa Rica nicht halt macht.
Für in Costa Rica lebende Ausländer ist übrigens für die Erlangung der Residencia die Mitgliedschaft bei der staatlichen Krankenkasse CCSS Pflicht.
2011-09-26 21:24
Traveller
Beiträge: 15
Es gibt genug Leute welche nach Lateinamerika auswandern ohne über ausreichende Geldmittel zu verfügen. Es gibt sogar immer wieder Leute welche gerne kostenlos arbeiten wollen nur um in den Tropen leben zu können. Nach ein paar Monaten kommt dann das böse Erwachen, an die Sonne geöhnt man sich, an die Natur hat man sich gewöhnt nur ohne Geld ist das Leben hier nicht besonders prickelnd, ganz besonders im Notfall wenn eine Operation ansteht und man ist nicht versichert. Dann lieber bis zur Rente warten und dann richtig "aussteigen"
2011-10-02 02:31
santos
Beiträge: 2
iconruedi1982:

Gibt es so etwas wie Sozialhilfe, bei der der Staat auch einem Nicht - Einheimischen unter die Arme greift



in Kolumbien: nein (nicht mal fuer die kolumbianer gibt es eine, mit der deutschen vergleichbare sozialhilfe)

iconruedi1982:

oder hat man dann ein Problem??



nein, notfalls legt dir die deutsche (schweizer, oesterreichische) botschaft die kosten fuer den rueckflug in die heimat vor
2011-10-02 14:55
Thüringer
Beiträge: 5
Immer wieder lustig wenn Deutsche über eine soziale Absicherung in Lateinamerika nachfragen. Da merkt man erst wie gut man es in Deutschland hat, jederzeit abgesichert bis zum Hemdkragen. Und dann gibt es tatsächlich Leute in Deutschland die meinen ihnen gehe es so schlecht, obwohl das Amt Wohnung, Versicherungen usw. bezahlt...
2011-10-24 17:57
padamu
Beiträge: 5
Hallo Ingo, wohnst du noch in Ecuador? Ich plane meinen Umzug dort hin wenn ich mein Haus hier verkauft habe und wuerde mich ueber einige Infos freuen.LG padamu
2014-04-05 22:10
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