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tabeamon
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Quelle: stefanbreuer.net

Zitat:
Ich habe Equador und den Süden von Kolumbien 1997 zusammen mit meiner Freundin für vier Wochen bereist. Eine Reise in diese beiden Länder ist für Rucksackreisende in meinen Augen nicht so einfach durchzuführen wie eine nach Neuseeland oder Indonesien. Sprachliche Schwierigkeiten, wenn man nicht der spanischen Sprache mächtig ist und die nicht gerade als sicher zu bezeichnende Situation auf den Straßen erschweren das Reisen in den Ländern.

Davon soll man sich aber nicht abhalten lassen. Mit ein bißchen Vorsicht und ein paar gelernten Vokabeln kommt man ganz gut zurecht. Dann haben diese Länder sehr viel Interessantes und Abwechslungsreiches zu bieten und man wird es nicht bereuen. Dschungeltouren und Vulkane, farbenfrohe Märkte und schöne Altstädte, alte Kulturen und abenteuerliche Bus- und Zugfahrten sind nur einige der Höhepunkte.

Mit der Iberia, die wegen nicht gerade freundlichem Personal und Verspätungen nicht unbedingt zu empfehlen ist, sind wir nach Quito geflogen. Quito hat viele schöne Ecken, so daß man gut ein paar Tage dort verbringen kann, um sich ein wenig zu akklimatisieren. In der Altstadt gibt es prächtige Kolonialbauten und Kirchen, interessante, belebte Straße und Gassen und schöne Märkte. Wir haben uns einfach ein wenig treiben lassen oder die Menschen beobachtet.

In der Neustadt geht es schon touristischer zu. Sehr viele kleine Reisebüros, die recht preiswert Reisen ins ganze Land anbieten und unzahlige Cafes und Restaurants bestimmen das Bild.
Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man sich aber gut überlegen, wo man einen Spaziergang macht, am Besten erkundigt man sich im Hotel, wo man sich auch um diese Tageszeit sicher bewegen kann.

Nach einigen Tage wollten wir aber endlich etwas mehr sehen von Südamerika. Unser erstes Ziel war Südkolumbien, genauer San Agustin, um eine deutsche Freundin zu besuchen, die in dem Ort zusammen mit einer Kolumbianerin die Lodge "Casa del sol" betreibt. Auf dem Rückweg wollten wir uns Equador genauer anschauen, deshalb fuhren wir mit dem Bus sofort durch bis zum Grenzort Tulcan, um dort zu übernachten. Dieser Ort bietet eigentlich bis auf einen schönen Park mit in allen möglichen Figuren geschnitteten Hecken recht wenig. Am nächsten Morgen passierten wir zu Fuß die Grenze, um direkt weiter nach Norden zu fahren.
Die lange beengte Fahrt nach Popayan wurde nur unterbrochen von einer Polizeirazzia, jeder Fahrtgast wurde komplett durchsucht und abgetastet, das alles bei vorgehaltenem Maschinengewehr, alles andere als lustig. Angekommen in Popayan fuhren wir mit dem Taxi zu einem Hotel, daß in einem 5 Jahre alten South America Handbook, aus dem wir uns für unseren kurzen Aufenthalt in Kolumbien einige Seiten kopiert hatten, positiv erwähnt wurde. Leider sind Reiseführer recht kurzlebige Artikel, das Hotel war völlig heruntergekommen in einer Gegend, in der man nicht gerne nach Eintritt der Dunkelheit auf die Straße geht. Also gings hungrig ins Bett und am nächsten Tag die letzen acht Stunden weiter zu unserem Ziel, San Agustin.

Die Lodge "Casa del Sol" meiner Freundin Alexia und Ihrer kolumbianischen Freundin Clementia liegt traumhaft über dem Rio Magdalena, auch von der Hausanlage und dem Essen zu empfehlen. Aber auch sonst hat San Agustin mit seinem unter UNESCO-Schutz stehendem archäologischen Park und Reit- und Wandermöglichkeiten viel zu bieten. So verbrachten wir eine sehr relaxende Woche in diesem kleinen Ort.

Um nicht wieder zuviel Zeit zu verlieren, wollte wir die Rückfahrt nach Equador in einer Etappe machen. Die zwanzig Stunden waren weniger lustig, aber so kamen wir rechtzeitig zum Markt nach Otavalo, der jeden Samstag stattfindet. Die gesamte Innenstadt einschließlich Nebenstraßen verwandelt sich in einen Basar. Der Hauptplatz im Zentrum bietet eher Waren für Touristen, also Teppiche, Decken, Bilder, etc., in den Nebenstraßen kaufen die Einheimischen ein. Auch diese Stände sollte man sich nicht entgehen lassen.
Man kann sehr viele schöne Dinge kaufen, der Nachteil ist, man muß sie mit sich rumschleppen, deshalb reisten wir mit leichtem Gepäck weiter und hofften, zum Abschluß der Reise in Quito noch ein paar Dinge kaufen zu können. Leider sind die Ware dort sehr viel teurer, wer also an solchen Dingen interessiert ist, sollte dort zuschlagen.

Weiter gings mit dem Bus entlang der traumhaften Straße der Vulkane nach Süden bis Riobamba in der Nähe des Chimborazos. In dieser schönen Stadt ist es problemlos möglich, einen Transport bis zu diesen beeindruckenden Vulkan zu bekommen und, gutes Wetter vorausgesetzt, phantastische Blicke auf den Berg und das Land zu genießen. Als normaler Wanderer kann man bis auf 5000 Meter vordringen, die restlichen 1300 Meter bis zu Gipfel bleiben Kletterern mit hochalpiner Ausrüstung vorbehalten. Aber auch wenn man sich in Equador meist weit über 2000 Meter befindet, ist es ein harter Kampf, bis zu der letzten Hütte auf 5000 Meter zu kommen. Ich mußte schnell wieder absteigen, ein Übernachten auf der Hütte wäre für mich mit der schlechten Akklimatisation kaum möglich , sogar gefährlich gewesen (Höhenkrankheit).

Riobamba ist auch Startpunkt der Zugfahrt hinunter zur Küste. Diese Fahrt ist atemberaubend, man kann auf dem Dach des Zuges mitfahren. Der Zug fährt von ungefähr 2500 Meter Höhe in 130 km bis fast auf Meereshöhe, von Alausi bis Huigra windet er sich auf einer Strecke von 2 km 500 Meter in die Tiefe. In Bucay kann man die Zugfahrt beenden, weil der schönste und spektakulärste Teil der Strecke hinter einem liegt und von dort mit dem Bus weiterfahren, was wesentlich bequemer ist. Wir stiegen also sofort in den Bus nach Cuenca, um in sechsstündiger Fahrt wieder auf der Hochebene zu sein.

Cuenca ist die schönste Stadt in Equador, die wir besucht haben. Prächtige Kirchen und Kolonialbauten, Museen, kopfsteingepflasterte Gassen, kleine Läden und Märkte sind dort zu finden. Ideal ist die Stadt auch für einen Ausflug nach Ingapirca, das zu den größten Inka-Ruinen in Equador zählt. Es ist wohl nicht vergleichbar mit den großartigen Inkastätten in Peru in der Stadt Cuzco oder Machu Picchu, aber man bekommt dort einen guten Eindruck von der großartigen Baukunst der Inkas.

Nach einigen Tagen in dieser schönen Stadt ging die Fahrt weiter nach Banos, dem Haupttouristenort in Equador, auch für die Einheimischen. Dementsprechend gibt es dort alles, was man abundzu mal braucht. Gute Restaurants und Cafes, Tourigeschäfte mit bunten Balsaholzschnitzereien (Vorteil: wiegt fast nichts) und eine Unzahl von Travelagencies, mit denen man einen Dschungeltrek organisieren kann.
Wir wollten noch einige Tage in den Dschungel und haben eine 4 Tagestour bei Tsantsa Tours gebucht, einer Agentur, die von Shuar Indianern geleitet wird. Das Geld fließt zum größten Teil zurück in diverse Projekte, die dem Regenwald und der dort lebenden Bevölkerung zu Gute kommt. Einige Reisende hatten uns von dieser Agentur positives berichtet und auch wir wurden nicht enttäuscht.

Zwar sollte ein englischsprechender Guide mitkommen, dessen Sprachkenntnisse waren aber eher rudimentär. Uns begleitete noch ein zweiter Guide mit seinem Sohn, der sprach noch nicht einmal spanisch, nur Shuar. Zunächst war es etwas schwierig, aber man gewöhnte sich schnell an die englisch-spanische Rudimentär-Mixsprache, zur Not wurden Hände und Füße eingesetzt.

Vier Tage sind wir dann durch teilweise knöcheltiefen Schlamm gewatet, geschlafen wurde unter Plastikplanen oder in offenen Hütten, trotz Sprachschwierigkeiten haben wir viel gelernt über Pflanzen und Tiere, es wurden Palmenherzen gegessen und Wasser aus den Bambusstämmen getrunken, in Flüssen gebadet und unter Wasserfällen geduscht. Kurzum, es war ein einzigartiges Erlebnis und wir fühlten uns jederzeit sicher aufgehoben bei unseren Führern.

Nach den vier Tagen bietet sich Banos als Erholungsort an, um den Schlamm aus den Kleidern und vom Körper zu waschen und lecker zu essen.

Leider neigte sich unsere Reise dem Ende zu und wir bestiegen den Bus zurück nach Quito. Da wir noch einen Tag Zeit hatten, machten wir einen Ausflug zum "Mitat del mundo", zum Äquator, der gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Dort gibt es ein Monument, eine gelbe Äquatorlinie für das obligatorische Foto mit einem Bein auf der Nord- und Südhalbkugel und jede Menge Rummel. Als Abschluss der Reise ist dieser Ausflug gut geeignet

Am nächsten Tag brachte uns die Iberia wieder unfreundlich, aber relativ pünktlich nach Hause. Einer unserer Rucksäcke hat den Flug nicht so gut überstanden, aber die Versicherung der Iberia ist besser als ihr Service an Bord.

Fazit: Es war eine spannende, schöne Reise mit zahlreichen Höhepunkten und wenigen Schwierigkeiten. Leider war unser Spanisch zu schlecht, sonst wären die Kontakte zu den offenen Menschen mit Sicherheit intensiver gewesen.

Quelle: stefanbreuer.net
2010-04-27 09:43
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